Wenn von deutschen Autos die Rede ist, denken die meisten an Großserien von VW, BMW oder Mercedes.
Doch abseits der bekannten Modelle existiert eine fast vergessene Parallelwelt: handgefertigte Kleinserien, extreme Homologationsfahrzeuge und kompromisslose Ingenieursprojekte.
Viele dieser Autos wurden nur in zweistelligen Stückzahlen gebaut – und sind heute selbst unter Auto-Fans weitgehend unbekannt.
Hier sind zehn deutsche Fahrzeuge, die man fast nur kennt, wenn man wirklich tief in der Materie steckt.

10 deutsche Kleinserien-Modelle, die heute nur Insider kennen
Isdera Imperator 108i

Der Imperator 108i ist einer der radikalsten deutschen Supersportwagen überhaupt. Handgebaut von der kleinen Manufaktur Isdera, mit Mittelmotor und Mercedes-V8, orientierte sich das Design klar an der C111-Studie von Mercedes.
Gebaut wurden nur rund 30 Exemplare. Öffentlich beworben wurde das Auto kaum – wer einen Imperator kennt, musste ihn sich aktiv „erarbeiten“.
Isdera Autobahnkurier AK116i

Noch exotischer ist der AK116i. Optisch eine Hommage an den Mercedes 540 K Autobahn-Kurier der 1930er, technisch ein völlig eigenständiges Ingenieursprojekt. Teilweise war sogar der Einsatz von zwei V8-Motoren vorgesehen.
Der Autobahnkurier war nie als klassisches Serienauto gedacht – eher als fahrbares Statement deutscher Ingenieurskunst.
Yes! Roadster / 3.2 Turbo

Die Marke Yes! steht für ultraleichte Mittelmotor-Sportwagen, gebaut in Kleinstserie in Deutschland.
Besonders der 3.2 Turbo bot Fahrleistungen auf Porsche-Niveau, blieb aber außerhalb von Trackdays und Tuning-Kreisen praktisch unsichtbar. Marketing spielte kaum eine Rolle – Leistung schon.
Melkus RS 1000 / Melkus RS 2000

Der RS 1000 war der einzige echte Sportwagen der DDR. Jahrzehnte später wurde die Marke Melkus wiederbelebt – mit moderner Technik und streng limitierter Stückzahl.
Trotz historischer Bedeutung und Motorsport-DNA sind Melkus-Modelle bis heute absolute Insider-Autos.
Bitter CD / SC

Bitter baute luxuriöse Coupés auf Opel-Technik – in Handarbeit und in sehr kleinen Stückzahlen. Modelle wie der CD oder der spätere SC waren teuer, exklusiv und bewusst zurückhaltend gestaltet.
Genau das sorgte dafür, dass sie nie große Aufmerksamkeit bekamen, heute aber unter Sammlern hochgeschätzt sind.
Mercedes-Benz CLK GTR Straßenversion

Ein Rennwagen mit Nummernschild. Die Straßenversion des CLK GTR entstand ausschließlich für die FIA-GT-Homologation. Nur 28 Fahrzeuge wurden gebaut.
Obwohl das Auto Motorsportgeschichte schrieb, ist es im realen Straßenbild praktisch unsichtbar – selbst auf Supercar-Treffen.
BMW M3 GTR Straßenversion
Berühmt durch „Need for Speed“, real fast ein Mythos.
Die Straßenversion des M3 GTR wurde nur in etwa sechs Exemplaren gebaut. Sie diente einzig dem Zweck, den V8-Rennwagen in der ALMS zuzulassen. Viele BMW-Fans kennen ihn – aber kaum jemand hat je einen gesehen.
Audi S6 Plus

Der S6 Plus war eines der ersten Fahrzeuge der Quattro GmbH (heute Audi Sport).
Mit V8, dezenter Optik und limitierter Stückzahl war er seiner Zeit voraus. Kein Spoiler, kein großes Marketing – ein typischer „Sleeper“, den nur Kenner identifizieren.
VW W12 Nardò

Volkswagen wollte mehr – und baute einen Mittelmotor-Supersportwagen mit W12. Der Nardò-Prototyp stellte Dauerlaufrekorde auf, ging aber nie in Serie. Nur wenige fahrfähige Exemplare existieren.
Ein Beweis dafür, wie nah VW zeitweise an einem echten Supersportwagen war.
Gumpert Apollo

Extrem, laut, kompromisslos. Der Gumpert Apollo wurde für die Rennstrecke entwickelt und erreichte Kultstatus durch Rekorde auf der Nordschleife und Auftritte bei Top Gear.
Trotz internationaler Anerkennung blieb die Stückzahl minimal – und das Auto ein Insider-Tipp.
Fazit
Diese Fahrzeuge zeigen eine Seite der deutschen Autoindustrie, die kaum sichtbar ist: mutig, extrem und oft wirtschaftlich riskant.
Sie entstanden nicht für den Massenmarkt, sondern aus Ingenieursdrang, Motorsport-Regeln oder purer Leidenschaft. Wer sie kennt, gehört zu einer sehr kleinen Gruppe – und genau das macht ihren Reiz aus.