Ein Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid wurde mit 321 km/h geblitzt – erlaubt waren 120. Jetzt drohen saftige Strafen.
Die Szene erinnert mehr an ein Hochgeschwindigkeitsrennen als an deutschen Autobahnalltag

Ende Mai 2025 rauscht ein Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid mit 321 km/h über die Autobahn A2 bei Burg im Jerichower Land – und wird dabei von einem halbstationären Blitzer erwischt.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf diesem Abschnitt: 120 km/h. Der Fahrer war also mehr als 200 km/h zu schnell unterwegs.
Der Vorfall wurde erst jetzt bekannt, im Rahmen des bundesweiten Blitzermarathons, der seit Anfang August läuft.
Die Technik des Temposünders: Hybrid mit Renn-Genen
Beim erwischten Fahrzeug handelt es sich um einen der stärksten Serien-Porsche überhaupt: den Panamera Turbo S E-Hybrid. Mit 782 PS Systemleistung, 1000 Nm Drehmoment und einer offiziellen Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h ist er ein echtes Kraftpaket – sowohl mit Benzin- als auch mit Elektropower.
Mit diesen Werten ist der Panamera schneller als mancher Supersportwagen. Von 0 auf 100 geht’s in 2,9 Sekunden, auf 200 in unter 10 Sekunden. Der Vortrieb endet offiziell erst jenseits der 320er-Marke. Und genau dort wurde er nun geblitzt.
Warum hier überhaupt Tempo 120 gilt
Laut Polizei gibt es auf dem betroffenen Abschnitt erhebliche Fahrbahn-Unebenheiten, die bei hohen Geschwindigkeiten zur Gefahr werden könnten.
Deshalb wurde hier ein fester Tempolimit von 120 km/h eingerichtet – und mit Enforcement-Trailern, also halbstationären Blitzern, überwacht.
Diese Radarfalle war es auch, die den Porsche-Fahrer registrierte.
Das wird richtig teuer – und womöglich auch strafrechtlich relevant
Für den Fahrer dürfte der Spaß teuer werden. Laut aktuellem Bußgeldkatalog drohen ihm:
- 900 Euro Geldbuße
- 2 Punkte in Flensburg
- 3 Monate Fahrverbot
Doch das ist noch nicht alles. Verkehrsanwalt Uwe Lenhart erklärt gegenüber der Bild-Zeitung: „Hier könnte auch der Tatbestand eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens vorliegen.“
Sollte die Staatsanwaltschaft diesen Verdacht teilen, wären Geldstrafen von bis zu zwei Monatsgehältern oder ein Fahrverbot bis zu 15 Monaten möglich.
A2: Hotspot für Raserei
Die Autobahn A2 hat bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. 2021 wurde ein Bugatti mit 417 km/h auf demselben Abschnitt gemessen – das Verfahren wurde später eingestellt.
Dennoch zeigt der Fall, wie gefährlich und unkontrolliert es selbst auf begrenzten Strecken zugehen kann, wenn Tempolimits nicht konsequent durchgesetzt werden.
Laut Polizei Sachsen-Anhalt gab es allein 2025 bereits über 64.000 registrierte Tempoverstöße auf der A2. Die Strecke zählt damit zu den gefährlichsten und am stärksten überwachten Autobahnabschnitten in Deutschland.
Fazit: Ein spektakulärer Fall mit ernsten Konsequenzen
Was für viele Autofans wie eine Szene aus einem PS-Traum klingt, hat eine ernste Kehrseite. Über 200 km/h über dem Limit – das ist kein Kavaliersdelikt, sondern möglicherweise ein Fall fürs Strafgericht.
Ob der Fahrer mit einem blauen Auge davonkommt oder ein Exempel statuiert wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die A2 bleibt ein Brennpunkt der deutschen Raser-Szene.