Vor 75 Jahren begann in Wolfsburg eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht: Der Volkswagen Typ 2, besser bekannt als VW Bus, Bulli oder schlicht Transporter, rollte 1950 erstmals vom Band – und wurde zur Legende.
Heute gilt der T1 als das berühmteste Nutzfahrzeug der Welt. Über 12,5 Millionen Exemplare wurden bislang gebaut. Zeit für eine kleine Zeitreise durch die Geschichte eines Autos, das mehr war als nur ein Transportmittel.

Eine Skizze verändert die Autowelt
Die Entstehung des Bullis verdankt Volkswagen einem Zufall – und einer Vision. Im Jahr 1946 besuchte der niederländische Autoimporteur Ben Pon das noch von der britischen Armee kontrollierte VW-Werk in Wolfsburg.
Dort sah er einfache Plattformwagen, sogenannte „Plattenwagen“, mit denen Mitarbeiter Teile durchs Werk fuhren – technisch betrachtet: nackte Käfer mit Ladefläche.
Pon erkannte sofort das Potenzial. Er kritzelte eine erste Skizze eines kompakten Transporters und präsentierte die Idee dem neuen VW-Direktor Heinz Nordhoff. Der Rest ist Geschichte.
Produktionsstart im März 1950

Am 8. März 1950 begann die Serienproduktion des VW T1. In einer von Krieg und Wiederaufbau geprägten Zeit traf der Bulli den Nerv der Wirtschaft: ein kleines, zuverlässiges und vielseitig einsetzbares Nutzfahrzeug, das bezahlbar war.
Mit dem 1,1-Liter-Boxermotor des Käfers und einem geländetauglichen Getriebe aus dem Kübelwagen schaffte der erste T1 immerhin 50 km/h – mit 750 kg Zuladung. Porsche soll bei der Technik ebenfalls seine Finger im Spiel gehabt haben.
In Windkanaltests zeigte sich: Das runde „Bubbel“-Design war nicht nur schön, sondern auch effizient – deutlich besser als frühe eckige Prototypen.
Ein Transporter, viele Gesichter
Schon zum Start gab es den T1 in mehreren Varianten: als geschlossenen Kastenwagen, Kombi mit Sitzen und Ladefläche, Pritschenwagen oder Fahrgestell für individuelle Umbauten. Später kamen Modelle mit Faltdach oder zusätzlichem Luxus, wie der legendäre Samba mit 23 Fenstern.
Ab 1956 übernahm das neue Werk in Hannover die Produktion, um der riesigen Nachfrage gerecht zu werden. Kontinuierlich wurde der Bus technisch weiterentwickelt – erst 1967 kam das Ende für die erste Generation.

Kultstatus in den USA
In den 1960er Jahren wurde der VW Bus zum Symbol einer ganzen Bewegung. In den USA entdeckten Hippies und Surfer den Bulli als rollende Freiheit. Die Westfalia-Camper wurden zu fahrenden Wohnträumen, oft bunt bemalt, mit Blumen, Matratzen und Gitarren.
Die Transformation vom Arbeitstier zum Lifestyle-Objekt war perfekt – und sie hält bis heute an.
Ein Klassiker mit Sammlerwert
Heute ist der VW T1, liebevoll „Splittie“ genannt, eines der begehrtesten Sammlerfahrzeuge der Welt. Gut erhaltene Samba-Busse erzielen teils sechsstellige Summen – nicht schlecht für ein Auto, das ursprünglich nur 150 Mark mehr als der Käfer kostete.
Und dennoch bleibt der T1 seiner Herkunft treu: ein „Volkswagen“ im besten Sinne. Robust, charmant, funktional – und bis heute tief verwurzelt in der Popkultur und der automobilen Erinnerung ganzer Generationen.
Fazit:
Der VW Bus T1 ist nicht einfach nur ein Auto. Er ist ein Symbol des Aufbruchs, ein Stück deutsche Nachkriegsgeschichte und ein Liebling der ganzen Welt – damals wie heute. Zum 75. Geburtstag sagen wir: Happy Birthday, Bulli!