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Hohe Kosten und schwache Nachfrage: Warum BMW den E-M1 absagt

E-Mobilität, Industrie

Ein vollelektrischer Supersportwagen sollte das Erbe des legendären BMW M1 aus dem Jahr 1978 antreten und die M-Reihe in neue Leistungsdimensionen katapultieren. Erste Entwürfe und ein Tonmodell waren bereits erstellt – doch dann zog BMW plötzlich die Notbremse. Warum musste das Prestigeprojekt mit rund 1.300 PS unter der Haube vorerst eingestellt werden? Und was plant die Motorsport-Division stattdessen für die Zukunft?

Ein Klassiker als Inspiration

Bereits 1978 präsentierte BMW mit dem M1 einen Supersportwagen, der bis heute als Meilenstein in der Geschichte des bayerischen Autobauers gilt. Jahrzehnte später hatten sich Entwicklungsingenieure und Designer vorgenommen, diesen Mythos mit einem vollelektrischen Nachfolger wieder aufleben zu lassen. Das neue Modell sollte das Flaggschiff der M-Reihe werden und als echter E-Supercar die Tradition des M1 fortführen.


Das Ziel: Ein E-Supercar mit 1.300 PS

Die Pläne sahen vor, dem elektrischen Supersportler beeindruckende 1.300 PS zu verpassen. Mit dieser gewaltigen Leistung sollte der Wagen die Spitze der M-Familie markieren und zeigen, dass BMW auch bei reinen E-Fahrzeugen kompromisslose Sportlichkeit bieten kann. Selbst ein erstes Tonmodell, das das finale Design andeutete, war bereits angefertigt – futuristisch und mutig in der Formensprache.


Warum das Projekt gestoppt wurde

Trotz des vielversprechenden Konzepts hat BMW die Pläne nun verworfen. Der Hauptgrund: wirtschaftliche Überlegungen. In Zeiten, in denen der Markt für Elektroautos anspruchsvoller wird und sich Kaufprämien sowie Liefersituationen ändern, stellte sich für BMW offenbar die Frage, ob das aufwendige Supersportwagen-Projekt rentable Erfolgsaussichten hätte. Hinzu kam, dass BMW in seiner Firmengeschichte nur selten hochpreisige Supersportwagen anbietet, was die Gewinnprognose erschwerte.

Zudem spielte die technische Machbarkeit eine Rolle. Ein vollelektrischer Wagen dieser Leistungsklasse erfordert neuartige Entwicklungs- und Fertigungsprozesse, die erheblichen Aufwand bedeuten. Angesichts dieser Herausforderungen entschied sich der Konzern, die Arbeiten an dem M1-Nachfolger auf Eis zu legen.


Neue M-Modelle kommen trotzdem – und mit viel Power

Obwohl der Traum vom E-Supersportwagen vorerst geplatzt ist, hat BMW seine ambitionierten Ziele für die M-Performance-Reihe nicht aufgegeben. Künftige M-Fahrzeuge – darunter vollelektrische Limousinen, SUVs und Kombis – sollen weiterhin mit bis zu 1.300 PS auf den Markt kommen. Für die nötige Performance plant BMW den Einsatz von vier E-Motoren, die jeweils ein eigenes Rad ansteuern. Eine zentrale Steuereinheit wird dafür entwickelt, um jedes Rad individuell zu regeln und optimale Kraftentfaltung zu gewährleisten.

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