Hamburg macht Ernst in Sachen Verkehrswende: Ab dem neuen Jahr dürfen nur noch Taxis neu zugelassen werden, die ohne Emissionen unterwegs sind. Allerdings gibt es hierbei noch Ausnahmen. Was bedeutet das für die Hamburger Taxibranche und welche Herausforderungen warten auf die Unternehmen? Ein Überblick.
Neue Regelung im Klimaschutzstärkungsgesetz
Im Rahmen des hamburgischen Klimaschutzstärkungsgesetzes tritt eine wichtige Änderung in Kraft: Künftig dürfen in Hamburg ausschließlich emissionsfreie Taxis zugelassen werden. Die Vorschrift greift dabei jedoch nicht in allen Bereichen gleichermaßen. Großraumtaxis mit acht oder neun Sitzplätzen sowie Taxis mit Rollstuhl-Beförderung sind bis Anfang 2027 von diesem Verbot ausgenommen.
Bereits 700 E-Taxis im Einsatz
Hamburg fördert die Umstellung auf elektrische Antriebe schon seit einiger Zeit. Aktuell rollen nach Angaben der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende rund 700 rein elektrische Taxis durch die Hansestadt. Darüber hinaus sind etwa 30 Taxis mit Wasserstoffantrieb unterwegs. Dass diese Umstellung laut Jan Weber von der Genossenschaft Hansa Funktaxi weitgehend problemlos verläuft, liegt unter anderem an der inzwischen verbesserten Reichweite der E-Fahrzeuge sowie an einer „nahezu ausreichenden“ Ladeinfrastruktur in Hamburg.
Geringere laufende Kosten für Taxibetreiber
Ein wichtiges Argument für E-Taxis sind die niedrigeren laufenden Kosten. Inspektionen und Reparaturen fallen seltener an. Bei Elektrofahrzeugen halten beispielsweise die Bremsen durch Rekuperation deutlich länger, was den Wartungsaufwand und damit auch die Kosten reduziert. Trotzdem gab es noch vor dem Jahreswechsel einige Taxibetreiber, die sich Verbrennerautos anschafften. Ein Grund dafür ist die Unsicherheit bezüglich langfristiger Erfahrungen und eines noch fehlenden, soliden Wiederverkaufsmarkts für Elektrofahrzeuge.
Herausforderungen bei Fahrten ins Umland
Trotz der Vorteile stoßen E-Taxis gerade bei längeren Strecken an Grenzen. Wer Hamburg verlässt, muss sich auf eine durchwachsene Ladeinfrastruktur gefasst machen. Insbesondere im Umland werden Lademöglichkeiten noch als „Katastrophe“ bezeichnet, was den Einsatz reiner E-Fahrzeuge für weitere Touren erschwert.
Weiterhin Fördermittel für Umstellung
Hamburg hat bereits über 4,2 Millionen Euro investiert, um die Taxiunternehmen bei der Anschaffung von Elektrofahrzeugen zu unterstützen. Ursprünglich sollte diese Förderung zum Jahresende auslaufen. Nun soll es auf Wunsch der Branche jedoch weitere Zuschüsse von bis zu 5.000 Euro geben, wenn ein Verbrenner durch ein E-Taxi ersetzt wird.
Fazit
Die Hansestadt setzt mit ihrem Verbot von neu zugelassenen Verbrenner-Taxis ein klares Zeichen für den Klimaschutz. Gleichzeitig lassen sich an der Ladeinfrastruktur im Umland noch Lücken ausmachen, und auch die Unsicherheit bei Wiederverkauf und Langstreckeneinsatz stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Trotzdem überwiegen laut Aussagen vieler Betreiber die Vorteile wie geringere Betriebskosten. Hamburg will den Umstieg weiter fördern – und könnte damit eine Vorreiterrolle in Sachen emissionsfreier Taxiverkehr einnehmen.
