In letzter Zeit häufen sich Berichte über eine neue Betrugsmasche, bei der gefälschte Strafzettel ins Visier geraten. Besonders gefährlich: Ein aufgedruckter QR-Code leitet ahnungslose Autofahrer:innen auf manipulierte Webseiten, um persönliche Daten oder Zahlungen zu ergaunern. Der Betrug ist bereits in den USA und Großbritannien aufgetaucht; auch in Deutschland setzen manche Behörden schon auf digitale Verfahren mit QR-Codes. Dieser Artikel zeigt, wie Sie sich vor dieser Masche schützen können.
Immer mehr gefälschte Strafzettel im Umlauf
Normalerweise rechnet niemand damit, dass ein vermeintliches „Knöllchen“ im Alltag gefälscht sein könnte. Doch genau das passiert derzeit: Betrüger drucken QR-Codes auf (falsche) Strafzettel, die – wenn man sie scannt – auf täuschend echt aussehende Webseiten führen. Dort werden Ihre Zahlungsdaten abgefragt oder Sie werden direkt aufgefordert, die vermeintliche Strafe zu bezahlen. Dieses Vorgehen heißt „Quishing“ (ein Kofferwort aus QR und Phishing).
Wie funktioniert Quishing?
- QR-Code scannen: Wer das Smartphone zückt und den aufgedruckten Code abfotografiert, gelangt ohne Umwege zu einer Webseite.
- Vermeintlich offizielle Seite: Die Betrüger gestalten diese Seite so, dass sie einer echten Behördenseite ähnelt, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen.
- Datenklau oder direkte Zahlung: Auf der gefälschten Seite werden sensible Daten abgefragt oder eine Sofortzahlung gefordert. In manchen Fällen droht sogar Mahngebühr, wenn nicht umgehend gezahlt wird.
So erkennen Sie gefälschte Strafzettel
- Prüfen Sie die Quelle: Ist der Strafzettel tatsächlich von einer offiziellen Behörde ausgestellt?
- Sehen Sie sich den QR-Code genauer an: Wirkt das Dokument professionell gedruckt? Sind Schrift und Logo korrekt dargestellt?
- URL genauer ansehen: Nach dem Scannen des QR-Codes sollten Sie die angezeigte Webadresse (URL) genau prüfen. Fällt Ihnen etwas Ungewöhnliches auf oder entspricht sie nicht der offiziellen Domain einer Behörde, sollten Sie misstrauisch sein.
- Kennen Sie Ihre Kommune: Nicht alle Gemeinden nutzen digitale Strafzettel. Wenn Sie unsicher sind, können Sie bei Ihrer örtlichen Behörde nachfragen, ob QR-Codes dort überhaupt verwendet werden.
Tipps für mehr Sicherheit
- Seriöse QR-Code-Scanner nutzen: Einige Apps zeigen Ihnen vorab, zu welcher URL der Code führt.
- Antivirus-Apps: Gute Sicherheitssoftware kann gefährliche Websites bereits beim Öffnen blockieren.
- Alternative Kontaktwege: Wenn Sie sich unsicher sind, zahlen Sie das Knöllchen ganz klassisch per Überweisung an die Ihnen bekannte Konto-Nummer der zuständigen Behörde.
- Skepsis bewahren: Absender und Betrag gründlich checken, bevor Sie zahlen oder Daten angeben.
Fazit
Die Betrugsmasche mit gefälschten Strafzetteln ist vor allem deshalb gefährlich, weil QR-Codes bequem zu scannen sind und falsche Webseiten für Laien oft schwer zu erkennen sind. Auch wenn das Phänomen bislang vor allem in den USA und Großbritannien beobachtet wurde, ist es wichtig, in Deutschland wachsam zu bleiben – zumal erste Gemeinden auch hier schon QR-Codes für Bußgeldverfahren nutzen. Wer auf seine Daten achtet und verdächtige Strafzettel überprüft, kann sich wirksam gegen diese Masche schützen.
