Die EU-Kommission will, dass Autos ab einem Alter von zehn Jahren künftig jedes Jahr zur Hauptuntersuchung müssen. Ziel: weniger Unfälle und mehr Sicherheit. Doch der Vorschlag sorgt bereits für reichlich Kritik.
🚨 Was plant die EU genau?
Nach dem Willen der EU-Kommission sollen alle Pkw und Kleintransporter ab zehn Jahren jährlich zur Pflichtuntersuchung – statt wie bisher alle zwei Jahre. Bevor die Regelung in Kraft tritt, müssen allerdings noch das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten zustimmen.
Begründet wird der Vorschlag mit der Sicherheit im Straßenverkehr. Die Kommission rechnet damit, dass sich die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten um etwa ein Prozent senken ließe – rund 74 Menschenleben könnten so jährlich gerettet werden.
🧠 Die Argumente der EU-Kommission
Die Brüsseler Behörde stützt sich auf mehrere Studien:
- Ältere Fahrzeuge seien häufiger in Unfälle verwickelt
- Sie seien pannenanfälliger
- Und sie würden im Schnitt mehr Schadstoffe ausstoßen
Besonders im Fokus: die technische Sicherheit. Zwar machen technische Defekte laut Statistik nur einen kleinen Teil der Unfallursachen aus – doch selbst eine geringe Verbesserung könne laut EU bereits „einen erheblichen Unterschied“ machen.
🔍 Was sagen TÜV und Prüfstellen?
Der TÜV begrüßt die Idee – wenig überraschend: Für Prüfstellen wäre eine jährliche HU ein lukratives Zusatzgeschäft. Bereits heute zeigen ihre Mängelstatistiken: Fast jedes vierte Auto im Alter von zehn bis elf Jahren fällt durch erhebliche Mängel auf.
❗ Kritik von ADAC und Experten
Der ADAC lehnt die Pläne ab. Ein Sprecher erklärte:
„Ein engerer Turnus ist aus Sicht der Fahrzeugtechnik nicht notwendig und belastet Verbraucher zusätzlich.“
Auch Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn-Steiger-Stiftung sieht keinen echten Sicherheitsgewinn:
„Technische Defekte sind nur sehr selten Ursache für Unfälle. Den Vorschlag halte ich für super übertrieben.“
🔄 Derzeitige Regelung in Deutschland
- Alle zwei Jahre zur HU, unabhängig vom Fahrzeugalter
- Neuwagen müssen erstmals nach 36 Monaten zur Hauptuntersuchung
- Wer die Frist versäumt, riskiert ein Bußgeld bei Kontrollen
- In vielen EU-Ländern gilt bereits jetzt: ältere Fahrzeuge = jährlicher TÜV
📌 Fazit: Sicherheit versus Aufwand
Die geplante Neuregelung der EU-Kommission sorgt für Diskussionen. Während Sicherheitsaspekte und der Wunsch nach weniger Unfallopfern nachvollziehbar sind, bleibt die Frage offen, wie groß der tatsächliche Effekt ist – und ob die Mehrkosten für Verbraucher gerechtfertigt sind.
Ob der Vorschlag am Ende umgesetzt wird, hängt vom politischen Willen in Brüssel und den Mitgliedsstaaten ab. Klar ist: Der TÜV hätte nichts dagegen – viele Autobesitzer wohl schon.
