
Volkswagen kämpft derzeit nicht nur mit Sparprogrammen, Trump-Zöllen und der stockenden E-Auto-Nachfrage – jetzt rückt auch die politische Lage in der Türkei den Konzern in ein heikles Licht.
Eine Entwicklung, die in Wolfsburg alles andere als ignoriert wird.
Hintergrund: Boykottaufrufe gegen VW
Nach der umstrittenen Festnahme des türkischen Oppositionspolitikers Ekrem Imamoglu ruft die größte Oppositionspartei CHP zum Boykott vermeintlich regierungsnaher Unternehmen auf.
Mit auf der Liste: VW, Audi, Porsche und Skoda – alles Marken aus dem Volkswagen-Konzern.
Grund dafür ist die enge Partnerschaft von VW mit der Doğuş Holding, einem der größten Automobilimporteure der Türkei.
Dem Chef des Unternehmens wird eine enge Verbindung zu Präsident Erdogan nachgesagt – und genau das sorgt jetzt für Empörung.
🚗 VW reagiert – aber reicht das?
VW und Audi haben sich mittlerweile auf Anfrage öffentlich geäußert:
„Die Unabhängigkeit der Gerichtsbarkeit ist für uns eine wichtige Grundlage für wirtschaftliche Planungssicherheit und unternehmerischen Erfolg.“
Eine vergleichsweise klare Position für einen deutschen Konzern – doch für die türkische Opposition offenbar nicht genug.
CHP-Chef Özel kündigte an, einen Protestbrief direkt an den VW-Vorstand zu schicken:
„Solange VW seine türkischen Vertriebspartner nicht wechselt, werden wir keine Fahrzeuge mehr kaufen.“
📊 Auswirkungen auf VW?
Kurzfristig dürfte der wirtschaftliche Schaden überschaubar bleiben:
- 2023 machten Verkäufe in der Türkei nur etwa 1,5 Prozent des Gesamtabsatzes der Kernmarke VW aus.
- Experten rechnen nicht mit schwerwiegenden finanziellen Folgen – aber mit möglichem Imageschaden in politisch sensiblen Regionen.
📌 Fazit: Zwischen Wirtschaft und Politik
Volkswagen sitzt in der Türkei zwischen den Stühlen: Einerseits wirtschaftliche Interessen, andererseits wachsender politischer Druck.
Ob der Konzern an seiner Partnerschaft festhält oder reagiert, könnte ein wichtiges Signal für seine Haltung in internationalen Krisen sein.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Wolfsburg weiterhin neutral bleibt – oder ob die Kritik zu groß wird, um sie zu ignorieren.