
Mercedes-Benz steht wirtschaftlich unter Druck: Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete der Konzern einen massiven Gewinnrückgang um mehr als 55 Prozent.
Auch der Umsatz ging deutlich zurück – ein weiteres Signal dafür, dass die einst so solide Bilanz des Premiumherstellers stark unter Belastung steht.
📉 Halbjahreszahlen: Gewinn halbiert, Umsatz sinkt
Laut den veröffentlichten Geschäftszahlen brach der Konzerngewinn von rund 6,1 Milliarden Euro auf nur noch 2,7 Milliarden Euro ein – ein Rückgang um 55,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Auch das operative Ergebnis (EBIT) sank deutlich: von 7,9 auf 3,6 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel um 8,6 Prozent auf 66,4 Milliarden Euro.
Im zweiten Quartal allein verzeichnete Mercedes einen Gewinnrückgang von 69 Prozent – auf 957 Millionen Euro.
🌍 Gründe: Zölle, China, interne Sparmaßnahmen
Als Ursachen für das schwache Ergebnis nennt Mercedes:
- US-Zölle auf EU-Fahrzeuge: Laut Finanzchef Harald Wilhelm belasteten Zolleffekte den Konzern im zweiten Quartal mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag.
- Wettbewerb in China: Der dortige Automarkt – einst Wachstumsmotor – ist für Mercedes derzeit ein hart umkämpftes Terrain. Die Konkurrenz aus dem Inland (BYD, Nio & Co.) macht Druck.
- Abfindungen & Restrukturierungskosten: Für ein internes Sparprogramm wurden 560 Millionen Euro Rückstellungen gebildet – unter anderem für Abfindungen im administrativen Bereich.
🏭 Umsatzrendite & Absatz schrumpfen
Für das laufende Jahr rechnet Mercedes mit einem deutlich niedrigeren Konzernumsatz als noch 2024. Die bereinigte Umsatzrendite der Pkw-Sparte soll nur noch bei 4–6 % liegen – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (8,1 %). Auch der weltweite Fahrzeugabsatz wird laut Prognose spürbar zurückgehen.
✂️ Das Sparprogramm bis 2027
Bereits im Februar hatte der Vorstand reagiert und ein umfassendes Effizienzprogramm gestartet. Die Ziele:
- 10 % weniger Produktionskosten bis 2027
- 10 % weniger Fixkosten
- Optimierung der Materialkosten
- Personalabbau in indirekten Bereichen durch Abfindungsangebote
Zusammen mit dem Betriebsrat wurde ein Maßnahmenpaket beschlossen, um die angespannte Lage strukturell zu entschärfen.
📌 Fazit: Mercedes in der Krise – Kurswechsel nötig?
Was früher wie ein unangreifbares Premium-Imperium wirkte, kommt nun zunehmend unter Druck. Steigende Kosten, geopolitische Risiken und hausgemachte Herausforderungen zwingen Mercedes zum Umdenken.
Ob das Sparprogramm ausreicht, um in den kommenden Jahren wieder profitabel zu wachsen – gerade auf Zukunftsmärkten wie Elektromobilität oder China – bleibt offen.
Ein Kurswechsel scheint unausweichlich.