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BMW Z1: Der Roadster mit den versenkbaren Türen

Als BMW 1987 auf der IAA in Frankfurt den Z1 präsentierte, war schnell klar: Dieser Wagen war kein gewöhnlicher Sportwagen – er war ein Statement.

Zwischen 1989 und 1991 entstanden lediglich 8.000 Exemplare, die heute zu den begehrtesten Klassikern aus München zählen.

Ein Experiment auf Rädern

Von Karrmann – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2257255

Der Z1 war kein Auto für die breite Masse, sondern ein Technologieträger. Entwickelt wurde er von der eigens gegründeten BMW Technik GmbH.

Ziel: neue Konzepte ausprobieren, ohne auf die konservative Serienproduktion Rücksicht nehmen zu müssen.

Besonders auffällig: die versenkbaren Türen. Auf Knopfdruck verschwanden sie in den Seitenschwellern – und ja, man konnte tatsächlich mit offenen Türen fahren. Damals wie heute ein spektakulärer Anblick.

Innovationen, die ihrer Zeit voraus waren

Von Alexander Migl – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=122649132

Doch der Z1 war mehr als nur Show. BMW setzte auf zahlreiche Neuerungen:

  • Frontmittelmotor: Der 2,5-Liter-Reihensechszylinder saß hinter der Vorderachse – perfekt für die Balance.
  • Feuerverzinktes Stahlchassis: Damals ein Novum, das die Steifigkeit erhöhte und Rostschutz verbesserte.
  • Kunststoff-Karosserieteile: Verschraubt statt verschweißt – Reparaturen wurden einfacher und günstiger.
  • Glatter Unterboden: Für bessere Aerodynamik, inklusive Endschalldämpfer in Flügelprofilform.

Auch das Fahrwerk war eine Besonderheit: Die neu entwickelte Hinterachse feierte hier Premiere und wurde später in die Großserie der 3er-Reihe E36 übernommen.

Von Alexander Migl – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=122649157

Leistung und Varianten

Unter der Haube arbeitete der bekannte M20-Motor mit 170 PS. Klingt heute fast bescheiden, doch dank 1.250 Kilo Leergewicht und modernem Fahrwerk waren 225 km/h Spitze und eine 0–100 Zeit von 7,9 Sekunden drin – mehr als respektabel für Ende der 80er.

Von Varianten konnte man kaum sprechen – es gab nur eine Ausführung, dafür aber verschiedene Farben wie „Toprot“, „Fungelb“ oder „Traumschwarz“. Besonders selten ist „Fungelb“: Nur 135 Stück wurden gebaut.

Natürlich blieb es nicht bei der Serie:

  • Alpina legte 66 Exemplare als RLE (Roadster Limited Edition) auf – mit 200 PS und sportlicherem Fahrwerk.
  • AC Schnitzer brachte 10 Stück mit 2,7-Liter-Motor und 210 PS.
  • 1991 gestaltete der Künstler A. R. Penck sogar ein BMW Art Car auf Basis des Z1.

Preis und Exklusivität

Bei seiner Vorstellung kostete der Z1 stolze 80.000 DM, später sogar 89.000 DM. Ein teures Vergnügen, wenn man bedenkt, dass er in reiner Handarbeit gebaut wurde – mit einer Tagesproduktion von maximal sechs Autos.

Heute gilt er als Kult-Klassiker. Wer einen Z1 besitzt, hält nicht nur einen Sportwagen, sondern auch ein Stück mutiger BMW-Geschichte in den Händen.

Fazit: Mut zum Risiko

Der BMW Z1 war mutig, unkonventionell und seiner Zeit weit voraus. Ein Roadster, der zeigte, dass deutsche Ingenieure auch anders können – verspielt, kreativ und radikal innovativ.

Viele der technischen Ideen fanden später den Weg in die Großserie, doch in dieser kompromisslosen Form hat BMW nie wieder etwas Vergleichbares gebaut.

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