Der BMW E30 gehört zu den wenigen Autos, die weit über ihre eigentliche Ära hinaus wirken. Zwischen 1982 und 1994 gebaut, prägte er das Bild des sportlichen Mittelklassewagens wie kaum ein anderes Modell.
Mehr als 2,3 Millionen verkaufte Exemplare machten ihn nicht nur zu einem Verkaufsschlager, sondern auch zu einem echten Kultobjekt.

Vom E21 zum E30 – der große Schritt
Als Nachfolger des BMW E21 sollte der E30 vieles besser machen. Designer Claus Luthe und sein Team entwickelten eine klare, kantige Form, die bis heute zeitlos wirkt. Die berühmten Doppelscheinwerfer blieben, doch die Karosserie wurde breiter, eleganter und vielseitiger.
Zum ersten Mal gab es den 3er nicht nur als Zweitürer, sondern auch als Viertürer, Cabrio und später sogar als Touring-Kombi. Damit sprach BMW eine deutlich größere Käuferschicht an, ohne den sportlichen Anspruch zu verlieren.
Fahrspaß als Markenkern

Der E30 war ein Paradebeispiel für das, was BMW damals groß machte: Hinterradantrieb, ausgewogene Gewichtsverteilung und Motoren, die den Fahrer forderten und belohnten.
Vom 316 mit Vierzylinder bis hin zum 325i mit seidigem Reihensechser bot die Baureihe eine enorme Bandbreite.
Auch der 325e mit langhubigem Motor war Teil des Programms – weniger drehfreudig, aber auf Drehmoment und Effizienz ausgelegt. Mit dem 325iX brachte BMW zudem erstmals einen 3er mit Allradantrieb, inspiriert von Audis Quattro-Erfolg.

Der Mythos M3
Besonders legendär wurde der E30 durch den ersten BMW M3. Eigentlich als Homologationsmodell für die Tourenwagenrennen entwickelt, wurde er schnell zum Straßenklassiker.
Mit breiteren Kotflügeln, Spoilern und einem hochdrehenden Vierzylinder-Motor verkörperte er Rennsport pur. Der M3 dominierte die DTM, gewann internationale Titel und machte den E30 endgültig zur Ikone.
Wandel durch die Jahre

1985 gab es die erste Modellpflege, die vor allem kleinere optische und technische Anpassungen brachte. Das große Facelift 1987 veränderte den E30 dann deutlicher: Kunststoffstoßfänger, vergrößerte Heckleuchten, neue Scheinwerfertechnik und mehr Komfort-Features hielten Einzug.
Gleichzeitig wurde das Motorenprogramm modernisiert, Katalysatoren wurden Standard und die Palette der Varianten wuchs weiter. Mit dem Cabrio, das 1985 vorgestellt wurde, kehrte BMW nach 15 Jahren Abstinenz in das offene Segment zurück.
Der Touring, 1987 eingeführt, machte den 3er erstmals familientauglich, ohne den sportlichen Charakter zu verlieren.
Ein Pionier auch in Sachen Technik

Der E30 war nicht nur sportlich, sondern auch ein Experimentierfeld. Er war der erste BMW mit einem serienmäßig angebotenen Diesel in der 3er-Reihe, außerdem gab es im Rahmen eines Forschungsprojekts sogar elektrische Versionen mit Natrium-Schwefel-Batterien.
Zwar blieben diese Prototypen Nischenfahrzeuge, doch sie zeigen, wie vielseitig diese Baureihe gedacht war. Auch bei der Sicherheit setzte BMW neue Akzente: In den späten Baujahren war erstmals ein Fahrerairbag verfügbar – ein Novum in der Mittelklasse.
Der Kult lebt weiter
Als die Produktion 1994 endgültig endete, hatte der E30 längst Legendenstatus erreicht. Der Nachfolger E36 war moderner, komfortabler und aerodynamischer – aber für viele Fans eben nicht mehr so puristisch wie der E30.
Heute ist er ein gesuchter Klassiker, egal ob als einfacher 316i oder als heißbegehrter M3. Sein klarer Stil, die robuste Technik und das direkte Fahrgefühl machen ihn bis heute einzigartig.
Der BMW E30 ist mehr als ein Auto. Er ist ein Symbol für eine Ära, in der Fahrspaß, Technik und Design in perfekter Balance standen – und genau deshalb bis heute unvergessen.