Die 2000er waren ein Jahrzehnt voller Innovationen, aber auch voller automobilen Irrwege.
Mutige Designer, übereifrige Marketingabteilungen und experimentierfreudige Ingenieure sorgten dafür, dass so manches Konzeptfahrzeug auf Messen eher Stirnrunzeln als Begeisterung auslöste.
Hier sind die 10 Konzeptautos, die besonders negativ in Erinnerung bleiben.
1. Audi Rosemeyer (2000) – Silberpfeil-Tribut, der gründlich schiefging

Audi wollte mit dem Rosemeyer an die legendären Auto-Union-Rennwagen der 1930er anknüpfen. Dafür entwarf man ein großes, schweres Coupé mit offenen Radausschnitten, einer martialischen Front und einer Karosserie, die für das Jahr 2000 völlig aus der Zeit fiel.
Warum es scheiterte:
Die 30er-Jahre-Ästhetik ließ sich nicht glaubwürdig in ein modernes Straßenfahrzeug übertragen. Das Auto wirkte wie ein überdimensioniertes Retro-Spielzeug.
Technisch war es spannend (W16-Prototyp!), optisch aber ein Designdebakel.
2. Peugeot Quark (2004) – Wasserstoff-Quad mit Auto-Gesicht

Der Quark war als „Zukunft der urbanen Mobilität“ gedacht: Ein Mini-Quad mit vier Rädern, Wasserstoff-Brennstoffzelle und 407-Gesicht. Er sollte leicht, wendig und emissionsfrei sein.
Warum es scheiterte:
Niemand wusste, wer dieses Fahrzeug nutzen sollte. Zu groß für ein ATV, zu offen für die Stadt, zu teuer für Spaßmobilität.
Ein Konzept ohne Zielgruppe – und ohne Zukunft.
3. Mercedes Bionic (2006) – Das gelbe Boxfisch-Mobil

Der Bionic war inspiriert vom gelben Kofferfisch, einem tropischen Aquarienbewohner, den man wegen seiner Form für besonders aerodynamisch hielt. Mercedes wollte zeigen, wie „bionisches Design“ in Serienautos einfließen kann.
Warum es scheiterte:
Das Auto sah exakt so aus wie seine tierische Vorlage: kantig, klobig, gelb.
Auch wenn der cW-Wert von 0,19 technisch beeindruckte – optisch blieb es eine Lachnummer. Ein Forschungsprojekt, das nie mehr sein sollte.
4. Maybach Exelero (2005) – Luxus in groteskem XXL-Format

Ein gigantischer, zweisitziger V12-GT mit über fünf Metern Länge, gebaut für extreme Hochgeschwindigkeits-Tests.
Leistung: absurd hoch. Preis: ebenfalls.
Warum es scheiterte:
Die Proportionen waren völlig aus dem Gleichgewicht: endlose Haube, winziges Greenhouse, protziges Auftreten.
Es wirkte, als hätte man einen Maybach 57 gestreckt und auf Sportwagen getrimmt – mit verstörendem Ergebnis.
5. BMW ICE (2004) – Die schmelzende SUV-Coupé-Mutation
Der ICE („Integrated Concept Engineering“) basierte technisch auf dem X5. BMW wollte damit zeigen, wie flexibel die Plattform sein kann.
Das Ergebnis: ein hochbeiniger Zweitürer mit coupéhafter Dachlinie und seltsam zerfließenden Linien.
Warum es scheiterte:
Das Design sah unfertig aus, die Proportionen unharmonisch. Sogar BMW versteckte das Konzept jahrelang, bevor es 2021 überhaupt gezeigt wurde.
Eine Vorahnung späterer SUV-Coupés – aber in schlimm.
6. Dodge Super 8 (2001) – Retro-Experiment mit Übermut

Der Super 8 sollte die 50er-Jahre-Designsprache modern interpretieren. Hemi-V8, wuchtige Linien, Wraparound-Windschutzscheibe, riesige seitliche Lufteinlässe.
Warum es scheiterte:
Statt cool und retro wirkte es unbeholfen und überzeichnet. Wie ein Cartoon-Auto in 1:1. Technisch interessant – designtechnisch ein Fremdkörper.
7. Lagonda LUV (2009) – Aston Martins peinlicher SUV-Probeversuch

Mit dem LUV wollte Aston Martin sowohl die Marke Lagonda neu beleben als auch einen luxuriösen SUV präsentieren.
Unter der Haube steckte ein V12 – eigentlich vielversprechend.
Warum es scheiterte:
Das Design war eine Katastrophe: unproportioniert, kantig, massig, fast schon unförmig. Der LUV war dermaßen polarisierend, dass Aston die Lagonda-Pläne sofort wieder eindampfte. Zum Glück.
8. Maserati Buran (2000) – Der Minivan, der Maserati zum Familienauto machen sollte

Ausgerechnet Maserati, die Marke für Sportlichkeit und Eleganz, präsentierte plötzlich einen Van mit Schiebetüren.
Innenraum praktisch, Motor stark (365 PS V8), Konzept völlig deplatziert.
Warum es scheiterte:
Niemand wollte einen Maserati, der aussieht wie ein Renault Espace mit Wutproblem.
Die Idee war so absurd, dass der Buran nie über die Messebühne hinaus kam.
9. Honda UniBox (2001) – Das transparente Möbelstück auf Rädern

Die UniBox war ein „Modulfahrzeug“, gesteuert per Joystick, mit einem extrem flexiblen Innenraum.
Nützlich, durchdacht, futuristisch.
Warum es scheiterte:
Die komplett transparente Hülle machte das Auto zum fahrenden Schaufenster.
Privatsphäre? Nicht existent. Das Design erinnerte eher an moderne Architektur als an ein Auto.
10. Nissan Nails (2001) – Der Social-Media-Pickup, bevor es Social Media gab

Der Nails sollte „ein Kommunikationswerkzeug“ sein – ein Mini-Pickup mit bunten Panels und extremer Simplizität.
Nissan stellte sich vor, dass Besitzer ihre Fahrzeuge farblich personalisieren und im Freundeskreis teilen.
Warum es scheiterte:
Das Auto wirkte wie ein Spielzeug. Mini-Truck trifft Kinderzimmerset. Kein Mensch wollte damit in der Öffentlichkeit fahre