Von der Ikone zum Ladenhüter: Warum der elektrische G kein Verkaufsschlager ist – und was Mercedes jetzt plant.

Mit großer Geste eingeführt, doch mit wenig Begeisterung empfangen: Der neue Mercedes G 580 EQ – die vollelektrische Version des legendären Geländewagens – bleibt bei den Händlern regelrecht stehen.
Während die klassische G-Klasse mit Verbrenner sich weiterhin hervorragend verkauft, entpuppt sich die E-Variante für Mercedes zunehmend als Problemfall.
„Wie Blei beim Händler“

Ein hochrangiger Mercedes-Manager bringt es gegenüber t-online auf den Punkt: „Das Auto steht wie Blei. Es ist ein totaler Flop.“ Die Verkaufszahlen belegen das eindrucksvoll: Bis Ende April 2025 wurden lediglich 1.450 Fahrzeuge des G 580 EQ abgesetzt.
Im gleichen Zeitraum ging der klassische G 500 mit V8-Motor fast 9.700 Mal über den Ladentisch – also mehr als sechsmal so häufig.
Technik enttäuscht, trotz Kult-Optik
Optisch bleibt der G 580 EQ der bekannten G-Klasse treu – doch unter dem Blech gibt es gleich mehrere Schwächen, die potenzielle Käufer abschrecken:
- Gewicht: Über drei Tonnen Leergewicht
- Zuladung: Nur 415 Kilogramm erlaubt – ein Negativrekord in dieser Fahrzeugklasse
- Keine Anhängerkupplung – weder serienmäßig noch optional erhältlich
- Reichweite: Maximal 473 Kilometer laut WLTP – in der Praxis oft weniger
Für viele Fans des robusten Klassikers passt das nicht zusammen. „Die Leute wollen eine echte G-Klasse – mit sechs oder acht Zylindern“, so ein Konzernvertreter.
Der Preis? Kein Hindernis
Mit rund 135.000 Euro kostet der Elektro-G nicht mehr als die konventionellen Modelle mit V8 – am Preis scheitert es also offenbar nicht. Vielmehr scheint es die eingeschränkte Alltagstauglichkeit zu sein, die viele Käufer abschreckt.
Gerade bei Geländewagen legen Kunden Wert auf Zuglast, Nutzwert und Zuverlässigkeit in jedem Terrain – hier enttäuscht der G 580 EQ.
Konsequenzen: „Little G“ bekommt vielleicht Verbrenner

Die schlechte Marktresonanz bleibt nicht ohne Folgen. Mercedes hatte eigentlich geplant, den kommenden „Little G“, ein kleineres G-Modell, rein elektrisch auf den Markt zu bringen. Doch hinter den Kulissen wird nun umgedacht. Ein Manager bestätigt: Eine Version mit Verbrennungsmotor wird intern geprüft.
Auch ein Entwickler äußert sich: „Die nötigen Anpassungen sind überschaubar.“ Für Mercedes könnte das die Rückkehr zu altbewährten Konzepten bedeuten – zumindest solange, bis die Elektromobilität bei Geländewagen technisch und emotional besser überzeugt.
Fazit:
Der G 580 EQ zeigt exemplarisch, wie schwierig der Übergang zur Elektromobilität in bestimmten Fahrzeugklassen sein kann. Technik allein reicht nicht – die Kunden wollen keine Kompromisse, wenn es um ikonische Modelle wie die G-Klasse geht.
Der Flop des Elektro-G ist ein Weckruf für Mercedes – und womöglich eine Kehrtwende zurück zu mehr Vielfalt bei den Antrieben.