Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs, um bis 2027 insgesamt rund fünf Milliarden Euro einzusparen. Laut Unternehmensangaben werden im kommenden Jahr weder die Führungskräfte eine Gehaltserhöhung erhalten noch weiterhin in gleichem Umfang im Homeoffice arbeiten können. Stattdessen sollen sie ihre Arbeitszeit ab Januar 2025 „grundsätzlich an ihrem Arbeitsort verbringen“.
Führungskräfte stärker in die Pflicht genommen
Mercedes-Chef Ola Källenius begründet diese Maßnahmen mit der notwendigen „Optimierung der Kostenstruktur“ des Konzerns. Zwar werden konkrete Stellenstreichungen nicht explizit bestätigt, jedoch wurde bereits bekannt, dass mehr als 20.000 Arbeitsplätze gefährdet sein könnten. Das Unternehmen schreibt in einem Schreiben an die Führungskräfte, man müsse „zu einem noch schlankeren Unternehmen“ werden, damit Mercedes langfristig erfolgreicher und „wetterfester“ agieren könne.
Krise in Europa und China setzt dem Unternehmen zu
Wie andere europäische Automobilhersteller spürt auch Mercedes die gedämpfte Nachfrage nach Autos. Källenius’ Luxusstrategie für das Markenportfolio hatte nicht den erhofften Erfolg, und die Umstellung auf Elektroantriebe läuft schleppend. Hinzu kommt, dass das Geschäft in China – einem der wichtigsten Märkte – jüngst stark eingebrochen ist.
Gewinneinbruch und kein Aufwärtstrend in Sicht
Der Sparkurs ist unter anderem eine Reaktion auf zwei Gewinnwarnungen in diesem Jahr. Im dritten Quartal brach der Gewinn von Mercedes-Benz um rund die Hälfte ein, und auch für das laufende vierte Quartal gibt es kaum positive Prognosen. Mit den aktuellen Maßnahmen will das Unternehmen die Personalkosten weiter senken und schneller auf Herausforderungen reagieren können – unter anderem durch den geforderten Präsenz-Austausch im Unternehmen.