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Massive Stellenstreichungen bei Continental Geplant: 7.150 Arbeitsplätze betroffen

Continental Werk in Hannover | Von Ballon-sz.de – http://www.ballon-sz.de, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=87476536

Der deutsche Reifenhersteller Continental hat angekündigt, seine Automotive-Sparte zu veräußern, was zur Streichung von insgesamt 7.150 Arbeitsplätzen führen wird. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Umstrukturierung, die bis Ende 2025 eine schlankere Unternehmensstruktur zum Ziel hat.

Rückzug aus verlustreichen Geschäftsfeldern

Der Vorstandsvorsitzende von Continental, Nikolai Setzer, erklärte, dass die Entscheidung, die Automotive-Sparte abzuspalten, strategisch getroffen wurde, um sich auf profitablere Geschäftsbereiche zu konzentrieren. „Bis Ende 2025 soll eine schlanke, fokussierte Holdingstruktur entstehen“, sagte Setzer. Dieser Schritt folgt auf eine vorherige Abspaltung des Antriebsstrang-Geschäfts, das in die eigenständige Firma Vitesco ausgegliedert und später an den Schaeffler-Konzern verkauft wurde.

Finanzielle Entlastung durch Kosteneinsparungen

Continental kämpft seit Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten und hat bereits ein Sparprogramm eingeführt, das jährlich 400 Millionen Euro einsparen soll. Neben den 7.150 Stellen, die durch den Verkauf der Automotive-Sparte wegfallen, sind weitere Einsparungen in der Verwaltung und der Forschung und Entwicklung geplant. Insgesamt sollen rund 5.400 Arbeitsplätze in diesen Bereichen gestrichen werden.

Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung erforderlich

Obwohl Continental die Absicht zur Abspaltung bereits im August bekannt gegeben hatte, steht die endgültige Umsetzung noch aus. Der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung müssen im kommenden Jahr ihre Zustimmung geben. Im Falle eines Spin-Offs würden die Aktionäre Anteile am abgespaltenen Unternehmen erhalten und könnten entscheiden, ob sie diese behalten oder veräußern möchten.

Auswirkungen auf die Beschäftigten und die Region

Die geplanten Stellenstreichungen haben in der Region zu großer Besorgnis geführt. Viele der betroffenen Arbeitsplätze befinden sich in Schlüsselbereichen der Zulieferindustrie, was langfristige Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft haben könnte. Arbeitnehmer und Gewerkschaften kritisieren die Maßnahmen scharf und fordern mehr Transparenz und Unterstützung für die Betroffenen.

Reaktionen aus der Branche

Branchenexperten sehen den Schritt als notwendige Maßnahme zur Stabilisierung von Continents Finanzlage, warnen jedoch gleichzeitig vor den sozialen und wirtschaftlichen Folgen. „Die Automobilzulieferindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Solche Restrukturierungen sind zwar notwendig, aber sie bringen erhebliche Herausforderungen mit sich“, kommentierte ein Branchenanalyst.

Fazit: Ein Schritt zur finanziellen Gesundung mit hohen sozialen Kosten

Die Entscheidung von Continental, seine Automotive-Sparte zu verkaufen und damit 7.150 Arbeitsplätze zu streichen, markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der deutschen Zulieferindustrie. Während die Maßnahmen zur Kosteneinsparung und zur Fokussierung auf profitablere Geschäftsbereiche als notwendig erachtet werden, stehen sie gleichzeitig im Spannungsfeld zu den erheblichen sozialen Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeiter und die regionale Wirtschaft. Es bleibt abzuwarten, wie sich Continental nach der Umstrukturierung finanziell entwickeln wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die negativen Folgen für die Beschäftigten abzufedern.

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