Volkswagen setzt trotz aktueller Krisenstimmung in der europäischen Automobilindustrie auf eine konsequente Weiterentwicklung seiner Elektroflotte. Bis zum Jahr 2027 sollen insgesamt acht neue E-Modelle auf den Markt kommen – darunter ein besonders kostengünstiges Fahrzeug, das unterhalb des bereits angekündigten ID.2 positioniert sein soll.
Angespannte Lage in Wolfsburg
Die Offensive kommt zu einer Zeit, in der Volkswagen mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert ist. Hohe Produktionskosten, wachsende Konkurrenz – vor allem aus China – und die schwächelnde Nachfrage nach Elektroautos in Europa setzen dem Konzern zu. Zudem stehen potenzielle Werksschließungen und ein Stellenabbau im Raum. Trotzdem signalisiert der Konzernvorstand in Wolfsburg nach wie vor Optimismus: Günstige Elektrofahrzeuge sollen Marktanteile zurückerobern und den Abwärtstrend aufhalten.
Acht neue Stromer bis 2027
Nach Angaben des VW-Markenchefs Thomas Schäfer plant das Unternehmen, bis 2027 acht frische Stromer-Modelle einzuführen. Im Fokus stehen neben günstigen Einstiegs-Elektroautos auch höherpreisige Varianten mit mehr Reichweite und Komfort. Einen Meilenstein in der Strategie bildet der ID.2, den Volkswagen zu einem Grundpreis von etwa 25.000 Euro auf den Markt bringen will. Dieses Modell soll den Polo beerben und laut Schäfer technologisch so aufgestellt sein, dass es sich auch wirtschaftlich lohnt.
Konkurrenz schläft nicht
VW steht mit seinen Plänen nicht allein da: Renault und Stellantis arbeiten bereits an preisgünstigen E-Modellen. So war der neue Renault 5 zum Marktstart erfolgreich, während Citroën mit dem ë-C3 ein Elektroauto für unter 23.000 Euro anbietet. Volkswagen setzt dagegen auf ein unter 20.000 Euro angesiedeltes Einstiegsmodell, das laut Entwicklungschef Kai Grünitz für „echte Volksstromer“-Preise stehen soll. Dennoch wird sich erst zeigen, ob VW angesichts des Vorlaufs anderer Hersteller schnell genug auf den Markt reagieren kann.
Elektro-Golf in Aussicht
Darüber hinaus soll 2029 ein vollelektrischer Golf namens ID.Golf erscheinen. Die Basisversion wird vermutlich rund 33.000 Euro kosten und eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern bieten. Optisch könnte sich der Stromer am Design des Golf IV orientieren, um Traditionalisten und Neukunden gleichermaßen anzusprechen.
Entwicklungszyklen verkürzen
Um die Produktionskosten zu senken und mit der Konkurrenz mitzuhalten, will Volkswagen die Entwicklungszeiten deutlich straffen – von bisher 50 auf künftig 36 Monate. Dieser beschleunigte Prozess wird beim ID.2 erstmals Anwendung finden. Das Ziel: schneller auf Marktveränderungen zu reagieren und neue Modelle zügiger zur Marktreife zu bringen.
