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Trump will mehr US-Autos in Deutschland – Deutsche Luxuswagen im Visier

Donald Trump hat es in seiner zweiten Amtszeit offenbar noch stärker auf deutsche Autos abgesehen. Er fordert, dass auf deutschen Straßen künftig mehr Chevrolets und Fords zu sehen sind – und will gleichzeitig, dass Mercedes aus der New Yorker Fifth Avenue verschwindet. Dabei kritisiert er, dass die USA von europäischen Fahrzeugen „überschwemmt“ werden, während amerikanische Autos kaum Fuß fassen.


Kritik an der Dominanz deutscher Marken

Trump, der selbst als Immobilienunternehmer einst ein Mercedes-Cabriolet fuhr, ist als US-Präsident längst nicht mehr von den Vorzügen deutscher Autos begeistert. Er sieht in den zahlreichen auf amerikanischen Straßen präsenten Mercedes-, BMW- und Audi-Fahrzeugen ein Zeichen für ungerechte Handelspraktiken. „Wie viele Chevrolets oder Fords sehen Sie mitten in München?“, fragte er kürzlich in einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Dabei betont er, dass die deutsche Automobilindustrie die USA mit ihren Luxusmarken „überschwemmt“ und sich damit einen unfairen Vorteil verschafft.


Handelsungleichgewicht und Zollstreit

Ein zentraler Streitpunkt ist das bisherige Zollsystem zwischen den USA und der Europäischen Union. Während die EU für Autos aus den USA Zölle von 10 Prozent erhebt, zahlen EU-Fahrzeuge in die USA nur rund 2,5 Prozent – mit Ausnahme von US-Pickups, die mit 25 Prozent geschützt werden. Trump kritisiert diese Regelungen scharf und behauptet, die EU sei gegründet worden, „um die USA zu bescheißen“. Er kündigte an, neue Importzölle von 25 Prozent einzuführen – eine Maßnahme, die seiner Meinung nach die heimischen Hersteller schützen soll und gleichzeitig den Druck auf die europäischen Konkurrenten erhöhen könnte.

Die komplexe Berechnung der gegenseitigen Zollsätze führt dazu, dass das tatsächliche Handelsungleichgewicht oft unübersichtlich erscheint. Laut der Weltbank liegen die US-Zollsätze im Schnitt fast einen Prozentpunkt höher als die der EU. Andererseits weist die WTO darauf hin, dass der Anteil zollfreier Exporte aus der EU in die USA relativ gesehen höher ist als umgekehrt. Für Trump bleibt jedoch der Eindruck bestehen, dass die USA im globalen Autohandel benachteiligt werden.


Ex-Kanzlerin Merkel nennt Trumps „Besessenheit“

Bereits früh äußerte Ex-Kanzlerin Angela Merkel ihre Verwunderung über Trumps Fokussierung auf deutsche Autos. In einem Interview bezeichnete sie diese Haltung als „Besessenheit“. Merkel erinnerte an Gespräche in Washington, in denen Trump – getrieben von seiner Denkweise als Immobilienunternehmer – alles in einen harten Wettbewerb verwandelte. „Er schien alles haben zu wollen“, sagte Merkel und verwies darauf, dass er jedes Gut als knappes Gut betrachtete. Für sie war Trumps emotionale, nicht rationale Sichtweise ein deutlicher Kontrast zu den sachlichen Argumenten, die in der europäischen Politik üblich sind.


Exportzahlen und Marktdynamik

Die Zahlen sprechen für sich: Im vergangenen Jahr wurden in den USA 784.889 europäische Fahrzeuge verkauft, davon allein 446.566 deutsche Autos. Umgekehrt kamen nur 217.230 amerikanische Fahrzeuge in den europäischen Markt. Diese Disparität belegt, dass deutsche Hersteller in den USA eine dominierende Rolle spielen. So produziert BMW beispielsweise gut 90.000 Autos in Spartanburg, South Carolina, die dann vorwiegend in den USA verkauft werden. Gleichzeitig sind US-Autos in Europa kaum vertreten – ein Ungleichgewicht, das Trump als Grund für seine neue Handelspolitik anführt.


Fazit

Trumps neueste Forderung, mehr US-Autos in Deutschland zu sehen und deutsche Luxusmarken mit Strafzöllen zu belegen, spiegelt sein anhaltendes Bestreben wider, den transatlantischen Handelsstreit neu zu entfachen. Während er die Dominanz europäischer Marken kritisiert und auf ein Ungleichgewicht in den Zollregelungen hinweist, bleibt abzuwarten, wie sich diese Maßnahmen auf den internationalen Automarkt auswirken werden. Für die deutsche Automobilindustrie steht fest: Die Debatte um faire Handelsbedingungen und den Schutz der heimischen Wirtschaft wird in den kommenden Monaten weiter an Intensität gewinnen.

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