Volkswagen steckt im zweiten Quartal 2025 in wirtschaftlich schwierigen Fahrwasser. Der Gewinn nach Steuern bricht deutlich ein – und das gleich aus mehreren Gründen.

Gewinn schrumpft um ein Drittel
Nach Steuern erzielte der VW-Konzern im zweiten Quartal nur noch 2,29 Milliarden Euro, rund 34 Prozent weniger als im Vorjahr. Das operative Ergebnis fiel auf 3,83 Milliarden Euro, was einem Minus von knapp 29 Prozent entspricht.
Die operative Marge sank damit auf 4,7 Prozent. Der Umsatz des Konzerns gab um drei Prozent auf 80,6 Milliarden Euro nach – trotz leicht gestiegener Fahrzeugauslieferungen.
Audi und Porsche enttäuschen
Besonders belastend: Das schwache Abschneiden der Premium-Marken Porsche und Audi. Statt wie üblich für starke Margen zu sorgen, drückten diese beiden Säulen das Konzernergebnis.
Vor allem Porsche verzeichnete in China und den USA rückläufige Verkaufszahlen – ein Warnsignal für den Konzern, der auf diese Märkte angewiesen ist.
Elektroautos boomen – aber mit niedrigen Margen
Obwohl VW derzeit mehr Elektrofahrzeuge verkauft als je zuvor, verdient der Konzern an Verbrennern weiterhin deutlich besser. Die gestiegenen Absatzzahlen bei E-Autos bedeuten für die Bilanz daher eher eine Belastung.
Noch fehlt es an Skaleneffekten und ausreichend hoher Zahlungsbereitschaft im Massenmarkt.
Umbaukosten und Software-Sorgen
Der strukturelle Umbau des Konzerns fordert ebenfalls seinen Tribut: Die Softwaretochter Cariad, die sich bereits in der Vergangenheit als Kostentreiber erwiesen hatte, verursacht erneut hohe Sonderausgaben.
Ein internes Sparprogramm soll die Entwicklungskosten in den Griff bekommen – kurzfristig drückt es allerdings weiter auf das Ergebnis.
Jahresprognose gesenkt
VW zieht Konsequenzen und senkt die Erwartungen für das Gesamtjahr. Die operative Marge soll nur noch bei 4,0 bis 5,0 Prozent liegen (zuvor: 5,5 bis 6,5 Prozent).
Auch beim Umsatz dämpft Konzernchef Oliver Blume die Hoffnungen: Statt eines Wachstums wird jetzt nur noch Stagnation auf Vorjahresniveau angepeilt.
Zölle in den USA als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor
Ein zusätzlicher Risikofaktor sind die Zölle auf europäische Autos in den USA. Aktuell wurden diese erhöht – eine Rücknahme auf zehn Prozent würde dem Konzern Luft verschaffen. Doch bleibt unklar, ob und wann es dazu kommt.
Fazit: Viele Baustellen, wenig Rückenwind
Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich: Volkswagen steht unter Druck. Zwischen sinkenden Margen bei E-Autos, Premiummarken in der Krise und hohen Umbaukosten wirkt der Konzern angeschlagen.
Der Weg zur Transformation bleibt steinig – und fordert wirtschaftlich seinen Tribut. Ob VW mittelfristig gestärkt aus dieser Phase hervorgeht, wird nicht zuletzt davon abhängen, wie schnell man profitabler mit E-Mobilität und Software wird.