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Fehlerhaftes Batteriemodul: VW ruft weltweit 95.000 Elektroautos zurück

Der Volkswagen-Konzern ruft weltweit fast 100.000 Elektrofahrzeuge der Marken VW und Cupra zurück.

Grund sind Hochvoltbatterien, die im Extremfall in Brand geraten könnten – ein Problem, das die Achillesferse der Elektromobilität einmal mehr sichtbar macht.

Auch einige ID.Buzz Modelle sind betroffen und müssen zurück in die Werkstatt

Fünf Modelle, ein Fehler

Betroffen sind die VW-Baureihen ID.3, ID.4, ID.5 und ID.Buzz mit Produktionsdatum zwischen Sommer 2023 und Spätsommer 2024 sowie der Cupra Born, der von Anfang 2022 bis Frühjahr 2024 gefertigt wurde.

Insgesamt geht es um rund 95.000 Fahrzeuge weltweit, davon etwa 28.000 in Deutschland. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat den Rückruf offiziell bestätigt.

Batteriemodule außerhalb der Spezifikation

Das Problem liegt in einzelnen Modulen der Hochvoltbatterie, die offenbar nicht den vorgeschriebenen Fertigungsstandards genügen. Die Symptome können harmlos beginnen – eine gelbe Warnleuchte im Display, ein schleichender Reichweitenverlust.

Im ungünstigsten Fall droht jedoch eine thermische Überlastung, die einen Brand auslösen kann.

Volkswagen stuft dieses Szenario zwar als extrem unwahrscheinlich ein, Personen- oder Sachschäden seien bislang nicht bekannt. Dennoch bleibt ein unangenehmer Beigeschmack: Die Batterie ist das mit Abstand teuerste und komplexeste Bauteil eines Elektroautos – und offenbar auch das verwundbarste.

Software-Update und Zellencheck

Betroffene Halter werden postalisch informiert und zum Werkstattbesuch gebeten. Dort steht zunächst ein Software-Update an, danach eine gründliche Prüfung der Batterie.

Fehlerhafte Module werden bei Bedarf ausgetauscht. VW gibt an, den Mangel durch eigene Qualitätskontrollen erkannt zu haben, nicht erst durch Kundenmeldungen.

Einordnung

Rückrufe gehören in der Autobranche zum Alltag – auch Verbrenner landen regelmäßig wegen defekter Bauteile in der Werkstatt. Trotzdem wiegt das Thema bei Elektroautos schwerer, weil die Batterie nicht nur ein Verschleißteil ist, sondern das Herzstück des gesamten Antriebskonzepts.

Wer skeptischen Kunden den Umstieg auf den Stromer schmackhaft machen will, kann sich Schlagzeilen über Brandgefahr schlicht nicht leisten. Für VW kommt dieser Rückruf zur Unzeit: Der Konzern steckt mitten im teuren Umbau zur Elektromarke und braucht dringend Vertrauen – nicht Verunsicherung.

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