Kaum ein Modell steht so sehr für deutschen Brot-und-Butter-Automobilbau wie der Opel Kadett – und später der Opel Astra.
Vom Vorkriegs-Kleinwagen zum globalen Millionenhit, vom Hinterradantrieb zum Hightech-Kompakten: Die Modellreihe erzählt die gesamte Entwicklungsreise der europäischen Kompaktklasse.

Von den Anfängen: Der Kadett kommt 1936
Als Opel 1936 den ersten Kadett vorstellte, war er für seine Zeit erstaunlich modern: leicht, günstig und massentauglich. Bis 1940 liefen rund 107.000 Exemplare vom Band – genug Erfolg, dass die Siegermächte nach dem Krieg die komplette Produktionsanlage in die UdSSR überführen ließen.
Dort entstand ab 1948 der Moskwitsch-400, faktisch ein weitergebauter Kadett.
Danach wurde es lange still um den Namen – bis Opel den Kadett A 1962 neu auflegte und damit eine Erfolgsgeschichte begann, die bis heute anhält.

Neubeginn in Bochum: Der Kadett A ab 1962
Für den Nachkriegskadett baute Opel sogar ein komplett neues Werk in Bochum. Der Kadett A war leicht, preiswert und perfekter Nerv der Zeit: Der VW Käfer war noch immer dominant – doch viele wollten einfach etwas Moderneres.
Opel lieferte. Von 1962 an ging es im Zwei- bis Drei-Jahres-Takt weiter:
- Kadett A, B, C: Hinterradantrieb, schlichte Technik, enorme Stückzahlen.
- Ab dem Kadett D: völliger Umbruch – Quermotor, Frontantrieb, mehr Platz auf weniger Raum. Ein Konzept, das Opel bis heute beibehält.

Der Übergang zum Astra: Ein neuer Name, gleiche Mission
1991 war Schluss mit dem Kadett. Opel ersetzte das Modell durch den Astra F – und übernahm den Namen von der britischen GM-Tochter Vauxhall. Der Übergang war nahtlos: Der Astra setzte fort, was der Kadett begonnen hatte, nur moderner, sicherer und internationaler.
Die Produktionsliste liest sich wie ein globales Netzwerk:
- Rüsselsheim
- Bochum
- Eisenach
- Gliwice (Polen)
- Ellesmere Port (England)
Der Astra wurde unter mehreren Marken verkauft – von Vauxhall über Chevrolet bis hin zu Holden in Australien und Saturn in den USA.
Zulassungsschlager – und später der Absturz
Über Jahre war der Kadett, später der Astra, in Deutschland die unumstrittene Nummer 2 – immer hinter dem VW Golf, oft aber mit beeindruckenden Verkaufszahlen. Doch ab den 2000er-Jahren setzte ein dramatischer Absturz ein. Gründe:
- Qualitätsprobleme aus den 90ern
- aggressive Konkurrenz
- veränderter Markenruf
Das Ergebnis: Der Astra verlor seinen Spitzenrang und rutschte kurzzeitig bis auf Platz 8 der Neuzulassungen.

Der moderne Astra: Zurück zu den Wurzeln
Mit dem Astra L kehrte die Produktion 2022 wieder nach Rüsselsheim zurück – dorthin, wo alles begann. Heute tritt das Modell als Teil des Stellantis-Konzerns an, mit Hybrid- und Elektroantrieben, scharfer Optik und dem Anspruch, wieder Boden gutzumachen.
Fazit: Ein Auto, das Generationen geprägt hat
Vom Kadett A bis zum Astra L verkörpert kein anderes Opel-Modell so gut den Wandel der Marke:
- vom robusten Arbeitstier
- zum internationalen Bestseller
- zum modernen Kompaktwagen im Technologiewettbewerb
Der Kadett/Astra ist mehr als nur ein Auto. Er ist ein Stück Alltagsgeschichte – gebaut in Millionenauflage, gefahren von Generationen und bis heute ein Kernsymbol der Marke Opel.
